Sonntag, 17. März 2013

Fußnoten

Um an den letzten Eintrag anzuknüpfen: die Sache mit dem spontanen Urlaubstag am Mittwoch war eine sehr gute Idee. Am Nachmittag habe ich mich nämlich auf die - ursprünglich für Freitag geplante - Suche nach Schuhen für Frühjahr / Sommer, den "Übergang", also irgendwie auch für Herbst ... eben "feineren", weniger klobigen Schuhen gemacht.
Ganz untypisch für eine Frau: ich hasse Schuhe kaufen, es widerstrebt mir und ich bin weit davon entfernt, zu Hause Unmengen von Schuhen irgendwie verstauen zu müssen. Bin da sehr zweckmäßig, ich habe Schuhe für "gute Anlässe", für den Alltag und für "Drecksarbeit", und farblich bewegen sich diese meistens zwischen braun - schwarz - grau, so dass sie eben zu jedem Outfit passen.
Sicherlich liegt meine Unlust, was das Schuh-Shopping angeht, zu einem guten Teil darin begründet, dass ich (für mein Empfinden) so unförmige, sprich: zu breite, Füße habe und die bezaubernden, hübschen Schühchen, für die andere sich so begeistern können, gar nicht erst anprobieren brauche - entweder sie passen von vornherein nicht oder es ist abzusehen, dass ich den (mehr oder weniger stabil gearbeiteten) Schuh in kürzester Zeit breit und flach getreten habe.

Nun habe ich letzten Herbst neue Wanderschuhe gekauft, und zwar bei einem Orthopädie-Schuhtechniker, der in seinem Laden neben dem klassischen orthopädischen Schuhsortiment auch hochwertige Wander (neudeutsch) Trekkingschuhe sowie eine kleine aber feine Auswahl an "Alltags"-Schuhen anbietet. Schon beim Kauf meiner Wanderschuhe bekam ich eine Kostprobe davon, dass in diesem Laden nicht ein hübsch anzusehender, in dieser Saison total trendy sein mögender Schuh im Mittelpunkt steht, sondern die Füße der Kunden und deren individuelle Bedürfnisse. Da wird zunächst mal der Fuß (ohne Socken !) in Augenschein genommen, der Knöchel betastet und dann auch ausführlich erläutert, wieso ein bestimmter Schuh empfohlen, von einem anderen (auch wenn er einem noch so gut gefällt ...) hingegen entschieden abgeraten wird.
So hatte ich z.B. verinnerlicht, dass ich wegen meiner "großen" Füße bestimmt keine Ballerinas bzw. Mokkassins mit weitem "Ausschnitt" (wie nennt man die Öffnung, in die man hineinschlüpft ?) tragen könne. Da lag ich aber offensichtlich falsch, denn: ich habe zwar breite, aber keinesfalls lange Füße, so dass es eigentlich nur darauf ankommt, dass das Modell meiner Wahl etwas weiter geschnitten ist. Anprobiert - passt ! In meiner Begeisterung habe ich mich dann auch noch auf Hellbeige eingelassen, was bei mir bisher ein "no-go" war ("wozu soll ich die denn tragen ?" "total fleckenanfällig und aufwändig zu pflegen" "so eine Farbe lenkt die Aufmerksamkeit doch erst recht auf meine hässlichen Füße !").
Außerdem habe ich gelernt, dass Absätze, auch wenn man - wie ich - etwas mehr Gewicht mit sich rumschleppt, nicht unbedingt schlecht oder schädlich sind und dass meine Beine / Füße am ehesten mit einem mittelhohen Absatz harmonieren, den ein weiteres Paar schwarzer, geschnürter Trotteurs (Schnäppchen !) aufweisen.
Bei weiteren 15 % Rabatt auf die gesamte Kaufsumme und einer wert-vollen Beratung wieder mal ein guter Grund, dem Fach-Einzelhandel treu zu bleiben.

3 Kommentare:

Frau Schäufele hat gesagt…



Schuhe..... ein heikles Thema... Ich schick Dir auch eine Empfehlung, per Mail :-)

Alessa hat gesagt…

Stichwort: Massai ? ;-)
Danke schon mal... !

Frau Schäufele hat gesagt…


Noi gg