Nicht unerheblich wenn nicht sogar der Hauptgrund für die heutigen Zeilen ist die Tatsache, dass hier schon wieder fast ein Monat nichts passiert ist - das Schicksal aller tagebuchartigen analogen oder digitalen "Werke", die ich je begonnen habe.
Ursache ist die Kombination aus (gefühltem) Zeitmangel (jaja, jeder Tag hat 24 Stunden, und zwar für jeden Menschen, es kommt nur drauf an, was man draus macht etc. pp.), Ereignislosigkeit und meinem Widerstreben lediglich über Belangloses zu schreiben. Mangels wichtiger und / oder aufregender Erlebnisse verblogge ich also den gänzlich unspannenden Alltag. Für gesellschaftspolitische oder laienphilosophische Ausführungen fehlt mir schon seit langer Zeit die Energie.
Die Energie - welche Energie ? Noch vor zwei Jahren war ich fast jeden Abend im Fitnessstudio, obwohl ich damals (fast) genauso viel gearbeitet habe wie heute. Ist das nun schon das Alter ? In etwas mehr als einem Jahr steht ein runder Geburtstag an. - Themawechsel.
Pfingstrosen. Mutters Pfingstrosen im Garten sehen nach dem heftigen Regen und kräftigen Sturmböen der letzten Woche zwar etwas zerzaust aus, haben sich aber berappelt und beschenken uns nochmal mit ihrem herrlichen Duft. Ich liebe Pfingstrosen. Die Farben, die großen, dichten Blüten, der intensive Duft. Nach einem langen, nervigen Arbeitstag heimkommen, aus dem Auto aussteigen und durch wahre Duftwolken zu laufen... das sind dann die Momente, in denen ich nachvollziehen kann, warum man sich Gartenarbeit aufbürdet, warum Gärtnern ein Trendhobby (geworden) ist und in den letzten Jahren immer mehr Menschen ihren Stress beim Umgraben, Rechen, Säen, Vereinzeln, Unkraut rupfen etc. abbauen können und Entspannung und Freude ernten.
Erdbeeren. Selbst habe ich weder Erdbeerpflanzen noch überhaupt Garten, bin aber Nutznießerin der umfassend ausgeprägten elterlichen Neigung zum Eigenanbau. Im kalten und verregneten Mai hieß es doch, dass wir heuer wohl mit wenig Erdbeeren vorlieb nehmen müssen. Hm. Wenn ich bedenke, dass wir zur Zeit täglich zwei Schüsseln voller Erdbeeren pflücken, putzen und verabeiten (dürfen / müssen), bin ich fast ein bisschen froh, dass der Mai nicht sonnig und warm war. Sonst müssten wir unsere Ernährung vermutlich komplett auf Erdbeeren umstellen ;-)
Wenn ich nur wüsste, wo ich das Rezept für ein sehr leckeres Erdbeer-Dessert vergraben habe, das wir bei einem italienischen Koch-Abend in der Volkshochschule vor einigen Jahren zubereitet haben... Erdbeeren mariniert in mildem Balsamico und Honig mit grünen, angedrückten Pfefferbeeren, darüber eine Mascarponecreme, an deren Zubereitung ich mich leider nicht mehr erinnern kann. Jedenfalls seeeehr lecker.
Neues Smartphone. Ich fand es ja bisher befremdend, dass es glühende, absolute Anhänger diverser Hersteller gibt und die Zugehörigkeit zum jeweiligen Lager von der Gegenseite im besten Fall milde belächelt, gerne aber auch verächtlich kommentiert wird, wenn man gerade mit einer fabrikatstypischen Fehlfunktion oder Schwäche kämpft. Da ich kein Anhänger solchermaßen ausgeprägten Smartphone-Kultes bin und für mich - unabhängig vom Hersteller - immer ein Gerät aussuche, welches meinen Vorlieben und Bedürnissen am Besten entspricht (im Smartphone-Marketing würde man wohl vom Nutzerprofil sprechen ?), habe ich vor zwei Wochen das Lager gewechselt (was mit Kopfschütteln auf meiner bisherigen und selbstzufriedenem, gönnerhaftem Lächeln auf der neuen Seite quittiert wurde). Was soll ich sagen ... ich bin in aller Regel durchaus in der Lage, meine Smartphones selbst einzurichten und zu synchronisieren, komme mit diesem technischen Kram recht gut zurecht. Aber dieses neue Smartphone brachte mich und meinen PC wirklich an meine / seine Grenzen (okay, die Leistungsfähigkeit meines PCs ist altersbedingt ausgereizt, was ich von mir noch nicht behaupten möchte ;-)). Nach zwei Tagen mehr oder minder erfolglosen Herumprobierens mit und ohne Zuhilfenahme des Benutzerhandbuches sowie Hilfeforen-im-Internet-Durchstöberns dann den familieneigenen Informatiker zu Hilfe gerufen, der zunächst an weiteren zwei Abenden alle Konflikte und Treiberprobleme zwischen PC und Smartphone aufspürte und behob, um am vierten Tag gegen Mitternacht die Synchronisierung endlich erfolgreich vollendet zu haben.
Nun schließe ich nicht mehr aus, dass ich mit dem Kauf meines nächsten Smartphones (oder welche mobilen Endgeräte wir in ca. zwei Jahren nutzen mögen) als vorübergehend verloren gegangene Tochter ins alte Lager zurückkehre ... kann keine grauen Haare mehr gebrauchen !
Noch gute zwei Monate - dann geht's für eine Woche auf Mallorca. Gestern notiert: eine Saline besuchen und Flor de Sal für liebe Verwandte & Freunde zu Hause mitnehmen !
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