Es gibt in diesem Moment, heute, zur Zeit nichts Wichtiges, Bedeutsames, Wissenswertes oder Interessantes, was ich zu verbloggen hätte. Was aber auch nicht weiter wichtig ist, weil mein Blog nicht mehr als eines dieser sowohl in den herkömmlichen als auch digitalen Medien belächelten "Befindlichkeitsblogs" ist, in dem irgendjemand schreibt, was er oder sie gefrühstückt hat, welche Wetterverhältnisse draußen vor der Tür herrschen und manchmal auch, ob der emotionale Horizont gerade wolkenlos und heiter ist, ob tiefgraue Wolkenberge aufziehen oder schon seit Tagen ein Tief seine Ausläufer in alle Ecken der Seele und Synapsen erstreckt und diese fest im Griff hat.
Heute ist mal wieder ein Tag, an dem alles passt. Der blaue Himmel ist fast wolkenlos, die durch die Rollo-Ritzen blitzende Sonne hat mich vor Acht geweckt. Ich bin ja sonst nicht so der Sommerwetter-Typ, aber heute: perfekt. Schnell angezogen und zum Bäcker gelaufen, dabei die erfrischende Kombination aus Morgensonne und noch kühler, unverbrauchter Luft genossen. Abgesehen vom Nachbarn, der oberhalb meiner Straße sein Auto putzt und dabei einen ganz schrecklichen Radiosender für alle anderen Nachbarn hörbar laufen lässt, ist es noch ziemlich still. Und sogar besagter Nachbar stört mich an einem Tag wie heute nicht.
An solchen Tagen gehe ich viel aufmerksamer durch die Straßen, habe ja auch mehr Zeit. Bemerke, welche Blumen schon abgeblüht sind bzw. welche Pflanzen sich gerade zu voller Blüte aufrüschen. Lese Ankündigungen und Plakate örtlicher Vereine und Interessengruppen in Schaufenstern. Ja, dörfliche Gemeinschaft mag einerseits spießig und kleinbürgerlich sein, andererseits braucht es hier keinen Bildungsgutschein, um Kindern mit knappen finanziellen Mitteln die Teilhabe an der Gemeinschaft zu gewährleisten (womit ich nicht in Abrede stellen will, dass es sinnvoll ist, die Teilnahme an anderen, kostenintensiveren Angeboten finanziell zu unterstützen). Wobei ich mich persönlich aus dem Ehrenamts-Engagement vorerst sehr massiv zurückgezogen habe - 20 Jahre sind genug, jetzt können und sollen andere ran, ich achte jetzt mal verstärkt auf mich.
Jetzt werden erst mal Mails beantwortet, deren Verfasser schon viel zu lange auf eine Rückantwort warten mussten. Für heute Nachmittag ist unverbindlich ein Besuch im Café geplant. Aber: alles kann, nichts muss. :-)
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