Sonntag, 17. Juni 2012

Und sonst so

Eigentlich gibt's ja nichts zu schreiben.
Eigentlich habe ich diese Woche schon überlegt, das Blog "einzustampfen", zu löschen (auch wenn es vermutlich dennoch irgendwo in den Tiefen des Netzes, oder auf irgendeinem Datenträger, weiter existieren wird ?).
Eigentlich ist und war alles, was hier so geschrieben steht, überflüssig.
Dann doch lieber ein persönliches, privates Tagebuch, das man niemandem zeigt und schon gar nicht aufdrängt - ist ein Blog nicht irgendwie eine Aufforderung, die man den "Vorbeisurfenden" zuruft: "schau mal her, was ich geschrieben habe" ?
Weiß gar nicht so recht, wieso ich überhaupt blogge.

Zum Einen aus folgendem ganz praktischen Grund: weil ich schneller schreiben kann, wenn ich tippe. Mit der Hand schreibend kann ich nicht ausreichend schnell meine wirbelnden Gedanken protokollieren. Während ich noch an einem Satz schreibe, bin ich gedanklich schon weit vorausgeeilt, muss mich dann wieder zurück besinnen.... das verwirrt und verstört mich. Deshalb lieber am PC. Und seine Gedanken in eine Textverarbeitungs-Software zu hacken, ist irgendwie... naja... doof  (hm, warum eigentlich ?).
Zum Anderen ist das Bloggen vielleicht der Ersatz für das entspannte Gespräch am Abend, am Wochenende, am Telefon, das man mit seinen Freunden und Vertrauten führt (im Gegensatz zum oberflächlichen und obligatorischen Smalltalk mit den vielen Menschen, die einem aus den verschiedensten Gründen und Anlässen unter der Woche begegnen). Wenn man diese Art vertrauter, inniger Kommunikation nicht hat / kennt, muss man sich andere Gelegenheiten, Kommunikationsmöglichkeiten schaffen, um nicht zu verstummen: ein Haustier, mit dem man sprechen kann, wenn's einem danach ist, ein Coach / Berater / Psychotherapeut, Spiritualität in Form von Meditationen oder Gebeten, "Kontakte" im Netz.oder eben ein Tagebuch bzw. Blog.
Ach papperlapapp, genug davon.

Ich freue mich darauf, morgen wieder arbeiten zu können. Arbeit lenkt ab, Arbeit beschäftigt, und überhaupt habe ich so viel Arbeit, dass ich mich über jede Stunde und jeden Tag freue, den ich im Büro nutzen kann. Nachdem ich nun seit Ostern fast jeden Samstag im Büro war, empfand ich den gestrigen Tag als unangenehmen Leerlauf - im Büro fand eine EDV-Umstellung statt, so dass nicht gearbeitet werden konnte. Dabei hätte ich den gestrigen Tag gut gebrauchen können, da mich eine am Donnerstag vormittag eingegangene Angelegenheit dann den gesamten restlichen Donnerstag und Freitag in Anspruch nahm, so dass die ganze andere Arbeit wieder liegen blieb. Allgemein würde ich den restlichen Donnerstag und Freitag und auch den Samstag als "Idiotentage" verbuchen wollen, das ist die Art von Tagen, an denen man nur idiotische Anfragen bekommt und sich auf Schritt und Tritt, auf der Arbeit, im Straßenverkehr, beim Einkaufen von Idioten umgeben fühlt.
Klingt arrogant, ist aber nur das subjektive Empfinden der Auswirkungen von murphy's law.
In der Schlange vor der Supermarktkasse z.B.: wenn dort eine Dame fortgeschrittenen Alters mit 'ner Flasche Bier und einem leicht angewelkten Salatkopf in der Hand vor einem steht, sichtlich unruhig ein "wo issen der jetzt scho widda hin" vor sich hin murmelnd, die gesuchte Person dann hinter der Kasse erblickend in ein gedämpftes Schreien und Schimpfen ausbrechend: "wieso bistn du schon drauße, komm her, komm jetzt sofort her, und bring noch e Päckle Spargelsuppe mit!", während die gesuchte Person sich durch das Labyrinth der Supermarktregale auf der Suche nach Fertigsuppe mit Spargelgeschmack macht weiterhin grummelnd "wo bleibter denn, wo bleibter denn, des kann doch nit wahr sei, mein Gott nääh", dann mit entschuldigend-gehetztem Blick an mich gerichtet "darf ich mei Sach mal bei ihne in den Wagen lech, i muss guck wo der bleibt" ihr Bier und den Salat, ohne meine Antwort abzuwarten,in meinen Wagen legend und hinweg eilend, doch kurz darauf zurück kehrend mit nun entschuldigend-erleichtertem Blick wieder ihre Waren ergreifend und sich bei mir nochmal entschuldigend, während von hinten die gesuchte Person - der ca. 40jährige, schon leicht ergraute, vom Bierbauchansatz abgesehen optisch gar nicht mal soooo unattraktive, solarium-gebräunte, brusthaarpräsentierende Sohn im werbegesponsorten Fußballtrikot mit weißer Shorts und Zehensandalen - mit der gewünschten Spargelsuppenbeute dahergelatscht kommt.
Während andere Kundschaft weiter vorne, eine vier(erwachsen)köpfige Familie den Aushilfskassierer verwirrt, indem sie einen Einkauf mit 3 diversen Zahlungs-, Rabatt- und sonstigen Karten tätigt und zu allem Überfluss dann noch fast die "Schlumpfpunkte" vergisst, die man momentan bekommt für einen gewissen Einkaufswert bekommt. Die Schlumpfpunkte lehne ich dankend ab - die Premium-Fußball-Sammelbilder hingegen nehme ich mit. Am Ausgang oder auf dem Parkplatz lasse ich meinen Blick dann über die anderen Kunden schweifen, ob ich eine(n) Mutti / Vati mit Nachwuchs sehe, der diese Bildchen auch in Händen trägt und biete denen meine Sammelbilder an. Kommt meistens ganz gut an ;-)

Wenn ich schon sonst niemandem Grund zur Freude bin, dann möchte ich zumindest gerne kleine Freuden bereiten.

P.S. Meine Statistik erwähnt zwei Seitenzugriffe per iPad - wer das wohl ist ? Ich kenne niemanden, der ein iPad sein Eigen nennt. Ach ja, und herzlich willkommen dem Besucher aus Indien ;-) - allen anderen natürlich auch !

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

also, ich bin´s nicht mit dem iPad...leider ;-)

Moves

Anonym hat gesagt…

Hauptsache, du schreibst überhaupt - denn es wäre schade, wenn du's nicht tätest :-)

Und mir ist doch noch jemand eingefallen, der ein iPad hat... aber ich wüsste nicht, dass diese Person (noch) von meinem Blog weiß.

Alessa

ostendfaxpost hat gesagt…

Zunächst macht s für dich und schaust nicht allzulang auf s feedback. Ok, hab da gut reden, nur die Zugriffe derzeit hat ich auf meinen Blog auch nicht immer.

Alessa hat gesagt…

Oh, vielleicht ist das jetzt falsch rübergekommen - ich wollte keinesfalls "fishing for compliments" betreiben. Es ist nicht so, dass ich hier nur Lust auf's bzw. Freude am Schreiben habe, wenn ich Feedback in Form von Mails oder Kommentaren bekomme. Dafür ist das, was ich schreibe, auch zu trivial...

Es ist eher so eine Art schlechtes Gewissen, das Netz bzw. die Welt im Allgemeinen mit meinen Gedanken zu "behelligen" oder so. Warum ins Netz stellen, wenn man's auch in ein Tagebuch schreiben könnte, zuklappen, ins Regal stellen, fertig.

ostendfaxpost hat gesagt…

Das is ja der Witz, genau dafür wurden Blogs erfunden. Nur kann man diese noch für mehr als Alltagsgedanken benutzen. Nu ja, ich kann nicht meinen Blog zum maßstab für alle machen.
Zuklappen ins Regal und fertig. Tia, so hat mans früher gemacht, wenn überhaupt. Heut kann man jeden Spontangedanken ins www stellen, darf sich aber auch nicht beklagen, wenn es kaum jemanden interessiert.