Sonntag, 26. Oktober 2014

Arztbesuche, Antibiotikum und Allergie

Eigentlich war ich bisher ja eher ein Glücksgriff für meine Krankenkasse: gehe selten bis gar nicht zum Arzt, nur wenn's eben gar nicht mehr anders geht, nehme auch empfohlene (Vorsorge-)Termine bei FachärztInnen erst wahr, wenn mich mein Gewissen dazu drängt (das Wohlergehen meines Körpers hat für mich oft eher untergeordnete Bedeutung), und der einzige Arzt, den ich regelmäßig aufsuche, ist ausgerechnet mein Zahnarzt. Alles in allem also eine ziemlich "günstige" Versicherte. Das hat sich in den letzten Tagen mal vorübergehend geändert. Mittwoch vor einer Woche sehr früh morgens aufgewacht, erhebliche Schmerzen im Bein und in der Leiste. Nachdem ich vergeblich versucht hatte nochmal einzuschlafen, raus aus dem Bett und als brave, verlässliche Arbeitnehmerin tapfer ins Büro nach dem Motto "Arbeit lenkt ab". Dort vom Kollegen mit einem nett gemeinten "Du siehst heute irgendwie sch... aus, geht's dir nicht gut?" empfangen worden. An konzentrierte Arbeit war nicht zu denken, konnte irgendwie keinen klaren Gedanken fassen, deshalb ca. eine halbe Stunde abgewogen, ob ich in der Stadt zu irgendeinem Arzt gehe oder nach Hause fahre, bevor es noch schlimmer wird, und dann dort meine Hausärztin aufsuche. Für Letzteres entschieden. Etwa eine Stunde später dann im glücklicherweise bis auf zwei weitere Patienten leeren Wartezimmer, bereits nach 20min bei der Ärztin, welche mir attestierte, dass ich mir da eine fette Entzündung eingefangen hätte, Blut abzapfte und mich mit AU-Bescheinigung und Rezept für Antibiotikum entließ. In den beiden Tagen im Bett und auf dem Sofa, das Bein mit kalten, nassen Handtüchern kühlend, habe ich festgestellt, dass ich a) eine neue Matratze brauche, denn das ungewohnte Liegen über die übliche Nachtruhe hinaus führte zu Rückenschmerzen b) eine geregelte Tagesstruktur aka Arbeit (wie sinnlos und abgestumpft sie auch sein mag) besser als das TV-Programm ist. Die Blutuntersuchung bestätigte mit 21.000 statt ca. 9.000 Leukozyten pro Mikroliter die sowieso schon offensichtliche Tatsache, dass mein Unterschenkel und der Lymphknoten in der Leiste aus mysteriösen Gründen massiv entzündet waren. Nun denn, ich nahm das Antibiotikum, entschied mich am Freitag gegen eine weitere Krankschreibung und aus Pflichtgefühl für's Büro (mit der Folge, dass ich am Abend wieder ungefähr genauso viele Stunden mit Hochlegen und Kühlen des Beines verbrachte, wie ich gearbeitet hatte), aber so nach und nach wurde es besser und nach 8 Tagen war dann letzten Donnerstag auch die nach 2 Tagen wegen oben erwähnter Leukozyten-Zahlen nochmal höher dosierte Antibiose vorbei. Aber, so dachte sich wohl mein Körper, wenn ich jetzt schon mal verrückt spiele, dann lege ich doch noch eines drauf, und schmückte sich, ab Freitag Vormittag am Hals beginnend, mit einem Ausschlag. Da ich im Büro Stress und Ärger hatte, dachte ich zunächst, dass das wohl nur "hektische Flecken" seien und nach der Arbeit schon wieder verschwinden würden. Im Laufe des Freitag Abends breiteten sich jedoch über Dekolleté, Arme, Armbeugen, Kniekehlen, Rücken / Bauch weiter aus, so dass ich am späten Abend einen recht lustigen Anblick bot, so über und über mit roten Pusteln übersät, im Gesicht waren die Pusteln mittlerweile zu einer flächigen Schwellung ineinander übergegangen. Glücklicherweise waren Mund, Augen, Schleimhäute und vor allem Atemwege nicht betroffen. Am Samstag Morgen habe ich dann zum ersten Mal in ca. 4 Lebensjahrzehnten den Ärztlichen Bereitschaftsdienst konsultiert (und war von der kompetenten telefonischen Abwicklung durch das Callcenter incl. Vermittlung zum diensthabenden Arzt mit Terminvergabe äußert positiv überrascht!), dessen Praxis ich mit Rezept für 3 weitere Arzneimittel gegen die allergische Reaktion, das fiese Jucken etc.) sowie dem Hinweis, dass ich bei weiterer Verstärkung der Symptome oder gar Atemnot am Wochenende doch bitte nicht zögern möge den Notarzt zu rufen, wieder verließ. Verkompliziert wird die ganze Situation durch den Umstand, dass ich zwar einerseits das Antibiotikum genommen und einigen Kommentaren im Internet entnommen hatte, dass die allergische Reaktion bei manchen erst NACH Absetzen dieses Medikaments aufgetreten war (ja, ich gehöre leider zu den dummen Leuten, die im Krankheitsfall manchmal die HorrorErfahrungsberichte anderer Patienten im Internet lesen - ich führe das auf den Umstand zurück, dass ich einfach zu selten krank bin um eigene Erfahrungen zu haben), ich mir aber andererseits im Laufe der Woche erstmals die Haare mit Pflanzenhaarfarben hatte colorieren lassen, die ja auch ein nicht zu unterschätzendes Allergiepotential haben sollen. Deshalb konnten wir (der Arzt bzw. ich) nun schlecht einschätzen, was diese Allergie ausgelöst haben könnte, wobei die allergischen Hautreaktionen auf das Antibiotikum, die ich im Netz gefunden habe, den bei mir aufgetretenen doch sehr, sehr ähneln. Nun hoffe ich, dass die Medikamente ihren Dienst tun und sich zumindest die Haut im Gesicht und am Hals bis morgen wieder soweit normalisiert, dass die Leute draußen keinen Bogen um mich machen ... denn bislang kann ich noch keine großartige Wirkung der Medikamente (immerhin Cortisonpräparate) registrieren, und da jetzt Herbst-/Allerheiligenferien sind, haben leider auch einige Allgemeinarztpraxen, auch die meiner Hausärztin, geschlossen. So, nun hatte ich auch mal Krankheitscontent für mein Blog zu bieten, damit kann ich ja sonst eher nicht aufwarten. Aber selbst bei so verhältnismäßig harmlosen Problemchen weiß man Gesundheit wieder umso mehr zu schätzen. Als die Sache mit dem Fuß abgeklungen war, brannte ich z.B. darauf, endlich wieder zum Sport zu gehen ... dann kamen ein paar stressige, lange Tage im Job und schon war der Ausschlag da, mit dem ich mich dann auch nicht gerade in der Umkleide des Studios oder gar im Schwimmbad präsentieren wollte. Aber sobald ich nicht mehr aussehe, als ob ich Masern und Windpocken gleichzeitig hätte, ist endlich Sport und Sauna angesagt! P.S. Warum werden die von mir eingefügten Absätze nicht dargestellt? Ich bitte den unübersichtlichen Textblock zu entschuldigen ...

Keine Kommentare: