Freitag, 5. Juni 2009

Geduldsprobe Dienstleistung

Im Keller vegetierten die letzten ...*hüstel*... Jahre meine beiden Fahrräder vor sich hin, als da wären ein Sport- bzw. Tourenrad älteren Datums (das dürfte gute 15 Jahre auf dem Buckel haben, hat schmale Sportreifen, ist allerdings mittlerweile etwas niedrig für mich und es wird vermutlich einiges kosten, das Rad wieder in Gang, oder besser gesagt, ins Rollen zu bringen) und ein Trekking-Bike, welches ich vor ca. 12 Jahren während meines Studiums gekauft hatte, weil ich nicht ständig das Rad hin und her transportieren wollte.
Kürzlich habe ich Letzteres endlich zum Radhändler gebracht, um es in Schuss bringen zu lassen, denn es war mittlerweile alles andere als fahrtüchtig.

Da möchte man also die regionale Geschäftswelt unterstützen und schlägt das Angebot einer Freundin aus, deren Sohn das Rad (womöglich für einen Bruchteil dessen, was es im Geschäft kosten wird) auch repariert hätte.

Am 08.05.2009 habe ich das Rad abgegeben. Dort musste ich zunächst sehr lange warten, bis ich bedient wurde, aber die dann doch recht ausführliche Beratung bzw. Begutachtung des Rades versöhnte mich wieder. Damals blieb mein Blick auch am Schild mit folgender Aufschrift hängen:

"Es gibt einen alten Brauch - wo man kauft, da flickt man auch."
Darunter der Hinweis, dass Reparaturen an Rädern, die dort gekauft wurden, binnen 24h, andere Aufträge in ca. 15 Tagen erledigt werden.

Also wartete ich zunächst brav die 15 Tage nach Reparaturannahme ab. Als der 15. Tag verstrichen war, übte ich mich in Geduld, schob die Verzögerung auf das gute Wetter, welches dem Geschäft sicherlich zahlreiche Kunden bescherte, und mir leuchtet durchaus ein, dass der Inhaber die Montage eines neuen Rades für einen kaufenden Kunden der Reparatur meines alten Bocks vorziehen wird.

Nach 20 Tagen wurde ich dann doch langsam ungeduldig und rief dort an. Leider war nur ein Anrufbeantworter zu erreichen und die Ansage lautete sinngemäß: "Lieber Anrufer, wir bedienen gerade unsere Kunden, unsere Öffnungszeiten sind ..., bitte nennen Sie Ihr Anliegen - wir rufen zurück."
Aber es rief niemand zurück.
Nun ja, dachte ich mir, die haben eben Stress, viel zu tun, sind nicht dazu gekommen, das kann passieren, kenne ich schließlich auch aus dem Büro. Nun gut.

Ich ließ ein weiteres Wochenende vergehen, schickte dann eine e-mail an die Adresse, die auf dem AB speziell für Rückfragen genannt wurde. Keine Reaktion.

Am folgenden Tag rief ich wieder an - erneut der AB, mit einem neuen, geringfügig geänderten Text (öfter mal was Neues), das Ergebnis aber blieb gleich: kein Rückruf.

Am darauffolgenden Tag konnte ich endlich mit jemandem sprechen, und ich erkundigte mich, bis wann es wohl noch dauern würde. Die Antwort ließ mir fast den Kiefer abwärts klappen: ...heute würde man vielleicht dazu kommen (btw: "heute" war ca. 1 Monat nach Abgabe des Rades), man würde mich dann anrufen, wenn es fertig ist.
Der Leser wird schon erahnen, wie's weiterging - natürlich rief niemand an.

Mittlerweile reichlich genervt, aber immer noch höflich, wie ich nun mal bin, rief ich zwei Tage später erneut an, denn ich ging davon aus, dass die Reparatur, sobald sie (endlich) einmal begonnen war, doch hoffentlich recht schnell fertig sein müsste.
Es erstaunte mich fast ein wenig, dass ich bei meinem nächsten Anruf sogar mit einem Menschen aus Fleisch und Blut sprechen konnte (hatte eigentlich AB erwartet).
...ja, vielleicht würde das Rad sogar noch heute fertig, ansonsten am nächsten Tag. Man werde mich anrufen.
(Ja, schon klar. Das kannte ich bereits. Schließlich hatte ich mich schon in den Tagen zuvor vor Anrufen kaum retten können. *harhar*)

So stürzte ich von da an bei jedem Betreten der Wohnung zuerst an den AB, aber nie kündigte ein Blinken neue Anrufe an; vielmehr signalisierte mir das stoische Dauerleuchten der Anzeige , dass es wieder nichts mit einer Radtour in den nächsten Tagen werden würde.

Heute habe ich dann zum wiederholten Male angerufen, zumal ich bis zum heutigen Abend über ein größeres Auto zum Transport verfügen könnte. Das Gespräch wurde wieder persönlich angenommen (AB wohl kaputt, hä ?).
...ja, an dem Rad werde gerade geschraubt, ob und wo man mich heute erreichen könne, und ob man mich auch spät anrufen dürfe ? - JA JA JA ! Ich will doch mein Rad wieder haben.

Jetzt sitze ich hier und warte gespannt auf einen Anruf.
Verlasse ich nämlich die Wohnung und genieße das herrliche Wetter draußen oder gehe zum Sport, riskiere ich den heiß ersehnten Anruf zu verpassen.
Habe mir allerdings noch nicht überlegt, wie ich es verkraften werde, falls der Anruf ausbleibt.

Und das nennt sich dann "Dienstleistung".

Sonntag, 24. Mai 2009

Pfingstrosen

Ich liebe Pfingstrosen.

In Mutters Garten blühen sie bevorzugt in Farbtönen von Dunkelrot über Fuchsia (mit oder ohne Gelb in der Mitte) bis hin zu einem zarten Rosé. Und sie duften so herrlich, dass sogar dieser bescheidene Strauß auf dem Treppenabsatz das Treppenhaus mit einem wunderbaren Duft erfüllt....

Die Vase dürfte aus der Anfangszeit des elterlichen Haushalts stammen, also Mitte der 70er Jahre.

Hier eine kleine Auswahl der Schönheiten, die sich in den letzten Tagen im Garten die Ehre gegeben haben....













Noch sind die Knospen geschlossen, aber bald ....




... blüht es in rosa ...

... in pink mit gelbem Herzen ...

... auch in Rosa ....

... die beiden hier sehen etwas zerzaust aus ...

... und schließlich noch in einem intensiven Rot und ...

... purpurfarben.

Einfach herrlich !

Was lange glüht, grillt endlich gut

Meine Mutter hat gestern - kurzfristig und überraschend - zum familiären Angrillen 2009 geladen. Das ist im Prinzip auch ganz schön, denn letztes Jahr hatten wir den Holzkohlegrill auf der elterlichen Terasse kein einziges Mal in Betrieb, es gab lediglich ein, zwei Mal Steaks von diesem lächerlichen Elektrogrill (obwohl der wiederum den Vorteil hat, dass man lediglich den Rost spülen muss und das war's dann auch, aber es ist eben kein richtiges Grillen).

Bei mir müssen solche Events, jedenfalls bei erstmaliger Durchführung, organisiert und durchgeplant sein. Insofern war ich schon gestern Abend etwas irritiert. Aber da ich ja "nur" eingeladen war, sollte es mir recht sein, ich würde mich dann eben einfinden und hier und da mithelfen.

Nachdem lt. telefonischer Rückfrage am Morgen nichts mehr vorzubereiten wäre, bin ich dann so um 11.30 Uhr bei meinen Eltern aufgeschlagen.
Ich hatte eigentlich erwartet, dass mir schon der Geruch von Holzkohlenfeuer in die Nase steigt. Stattdessen wehte mir eher Staub um die Nase: mein Vater war auf die Idee gekommen, die Terasse zunächst einmal einer frühsommerlichen Generalreinigung zu unterziehen. Der Grill stand jungfräulich in der Ecke, neben ihm standen einträchtig, aber unbefeuert der Grillkamin und ein Sack Grillkohle. Hm.

Als mein Vater den Boden dann für sauber genug befand, erhielt mein Bruder die Erlaubnis zur Zündung des Grillkamins, welcher natürlich wiederum seine Zeit brauchte, bis er den Kohlen ordentlich einheizte.

Verhaltene Rauchzeichen.

Da wir nur einen Grillkamin besitzen, unser Grill aber ein mittelalterlicher rechteckiger Kasten mit einer tiefen Schale für die Glut ist, die so ungefähr das Doppelte dessen fasst, was in diese modernen Barbecue-Grills reinpasst, reichte die Ladung weißglühende Kohle nicht, so dass Bruder nochmal nachlegen musste.

Irgendwie war auch der Abstand des Rostes zur Glut suboptimal, denn die mittlerweile aufgelegten Steaks ließen sich Zeit mit der Bräunung (andererseits dürfte das im Hinblick auf carcinogene Stoffe wieder von Vorteil sein ?).

Los jetzt ... !

Gegen 13.30 Uhr wurde dann der Steakhunger (nach dem Lösen etlicher Sudokus und Kreuzworträtsel) nebst Salat und Brötchen mit Knoblauchbutter endlich gestillt.

Da dann die Glut leider schon wieder schwächelte, gab's die zweite Portion so um 14.15 Uhr. - Gut, dass ich am Morgen einen Quark gegessen hatte...

Es ist vollbracht.
(Der Schleier ist das Fliegengitter an der Balkontür und kommt nicht von einem schmutzigen Objektiv ;-)).

Um 15.00 Uhr war dann alles gespült und aufgeräumt. Puh.

Ich würde sagen, ich mache mich dann mal an die Planung des nächsten "Barbecues", man kann ja nie früh genug damit anfangen ;-)

Montag, 13. April 2009

Spätzle selbstgemacht

Um es vorweg zu sagen: die Spätzle sind super geworden und haben absolut lecker geschmeckt, kein Vergleich zu Fertigware, ob nun tiefgekühlt oder Trockenware.
Mag vielleicht auch zu einem Teil daran liegen, dass ich natürlich Spätzle mit (viel) Eiern gemacht habe, ist ja schließlich auch Ostern ;-)

Mein Bruder, der Spätzle immer und sehr gerne isst, hat schon beim ersten Blick auf den Esstisch festgestellt, dass das nicht die "Spätzle von *pieeep*" sind, die bei den Eltern bzw. uns sonst auf den Tisch kommen. Aber er war ebenso wie meine Eltern und ich begeistert, wie viel besser als Fertigware diese frisch gemachten Spätzle schmecken.

Und soviel Aufwand war es im Grunde auch nicht, am längsten dauerte es, bis die 5 l Wasser endlich gekocht haben. Wenn ich dann beim nächsten Mal noch die Dienste der Küchenmaschine in Anspruch nehme, ist es eigentlich kaum mehr Arbeit. Das Schlagen des Teiges per Hand beansprucht die Muskeln allerdings schon ordentlich :-)




1. Alle Zutaten stehen bereit; 2. links unten ist eine der Luftblasen zu sehen, bis zu deren Erscheinen der Teig geschlagen werden muss; 3. Spätzleteig auf Hobel und eine Portion fertige Spätzle; 4. die fertigen Spätzle steigen im kochenden Wasser nach oben.

Fotos gibt's (vielleicht) auch noch, dazu muss ich aber zunächst meinen flickr-Zugang wieder finden und die Bilder hochladen.

Ansonsten: der strahlende Sonnenschein vom Morgen hielt an, bis die Sonne am Abend glutrot unterging, die Temperaturen lagen um die 25°C und man sollte nicht meinen, dass es gerade mal Mitte April ist...

Ostermontag

Da es schon die ersten Nachfragen gibt, ob dieses Blog überhaupt noch irgendwann aktualisiert wird, nutze ich die Morgenstunden des freien Ostermontags dazu, ihm wieder etwas Leben einzuhauchen. Ist ja schließlich das Fest der Auferstehung, wieso also nicht auch dieses Blog hier.

Ein weiterer Grund für mein verhältnismäßig frühes Tätigwerden am PC ist, dass sich derzeit mein Wach-Schlaf-Rhythmus zu verschieben scheint. Während ich sonst nachts sehr lange am PC ausharrte, surfte, in Foren las und chattete, und dann erst spät am nächsten Morgen - oder nennen wir es besser: Mittag, so zwischen 11.00 und 11.30 Uhr - erwachte, übermannt mich die Müdigkeit immer öfter sogar schon vor Mitternacht.
Das liegt vielleicht auch zu einem Teil daran, dass alte Internet-Bekanntschaften an Intensität nachlassen und es unsinnig wäre, stundenlang nachts einfach nur in den PC zu starren, statt wie früher rege virtuelle Kommunikation zu betreiben.

So lag ich also auch gestern Abend schon um 23.30 Uhr ziemlich müde im Bett, das ich heute Morgen um 5.07 Uhr erstmals verlassen habe ;-)
Weil 5.07 Uhr für meine Verhältnisse nun doch reichlich früh ist, legte ich mich nochmal hin, nur um stündlich festzustellen, dass mein Rücken es doch besser fände, wenn ich nun aufstände. Um kurz nach Acht hielt ich es dann wirklich nicht mehr aus, habe den Rollo gezogen und wurde von strahlendem Ostermontags-Sonnenschein belohnt.

Der geschätzte Leser fragt sich nun: wieso setzt sie sich an den PC, statt eben diesen Sonnenschein vor der Haustüre zu genießen ? Nun, ich leide seit nun mehr fast 2 Wochen unter sämtlichen Symptomen einer heftigen Erkältung, angefangen von Halsschmerzen über Husten und Heiserkeit, Schnupfen und jetzt verstopften Nebenhöhlen mit Hörproblemen. Und wenn ich draußen in der Hitze - so empfinde ich es momentan - bin, geht's mir damit noch schlechter als eh schon :-( Und ich hoffe doch, dass dies nicht die letzten sonnigen Tage im Jahr 2009. Außerdem kann ich nicht mit Sicherheit ausschließen, dass ich evtl. auch Probleme mit Pollen habe (erst seit ein, zwei Jahren), was ich eigentlich schon lange mal austesten lassen wollte. Habe mir aber nie die Zeit genommen und mir im Übrigen gedacht: was nutzt es mir, wenn ich dann weiß, worauf ich allergisch bin ? Vielleicht reagiere ich dann umso heftiger oder "leide" subjektiv mehr unter den Symptomen, wenn ich dann in der Pollenvorhersage höre, was durch die Luft fliegt und weiß, dass ich darauf allergisch bin ? Und nach allem, was ich bisher so von heuschnupfengeplagten Zeitgenossen hörte, gibt es ja wohl wirklich nicht DAS Wundermittel ohne Nebenwirkungen dagegen, sondern man muss diese Wochen letztlich eben doch aushalten. Ein diagnostizierter Heuschnupfen macht's dann auch nicht besser ;-)

So, jetzt habe ich also hier vor dem PC gefrühstückt - zunächst Brötchen mit körnigem Frischkäse und Akazienhonig. Allerdings habe ich dieses nach einigen Bissen entsorgt, weil mir der Geschmack ein bisschen suspekt war, und Schimmel entsteht ja schon, bevor man ihn sieht... Habe dann als Ersatz Mamas Osterkuchen aus dem Kühlschrank genommen und mich mit einer Tasse heißem Kaffee hier vor den Monitor gesetzt und - wie man sieht - einen Eintrag ins Blog geschrieben. Der Kaffee ist nun leer, der Kuchenteller stark dezimiert.

Als Nächsten packe ich meinen neu erworbenen Tupper-Spätzlehobel und das dazugehörige Spätzle-Rezept, laufe zu meinen Eltern und werde dort zum ersten Mal Spätzle selbst machen (als Nicht-Schwäbin muss mir die Fähigkeit zur Zubereitung von Spätzle schließlich nicht angeboren oder in die Wiege gelegt sein ;-)). Bin sehr gespannt. Sollte die Fabrikation erfolgreich verlaufen, schwebt es mir vor, anschließend ein, zwei Blatt frischen Bärlauch aus unserem Garten zu ernten und die Spätzle in einer Bärlauchbutter anzubraten.

Los geht's.