Freitag, 16. März 2012

Es geht bergauf !

Wie heißt es: wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag (oder: ist der Morgen / Tag am nächsten ?) - Das trifft zu. Nachdem ich am Freitag Abend bzw. Nacht so stinksauer war, habe ich mich am Sonntag gezwungen über meinen Schatten zu springen und den ersten Schritt zu machen. Einfach eine SMS geschickt, ob ich vorbei kommen darf, da ich eh gerade in der Gegend bin. Früher wäre das ja selbstverständlich gewesen.
Zwischendurch war ich zunächst im Kino - "Ziemlich beste Freunde" - recht schöner Film, bei dem man trotz der eigentlich ernsten Thematik herzhaft lachen konnte.
Danach war ich bei ihnen. Und wir haben geredet, ganze 3 Stunden, über alles Mögliche, gar nicht so viele Probleme gewälzt und Beziehung thematisiert, sondern einfach geplaudert. Das ist vollkommen okay.
Jetzt ist es alles nicht mehr ganz so schlimm, die Schärfe ist raus, ich sehe es auch selbst nicht mehr so verbissen - ich glaube, das kriegt sich wieder ein.

Arbeit ist diese Woche überraschend "schön", wenn man das so sagen kann. Überwiegend freundliche Telefonate, vernünftige Entscheidungen, schöne Momente mit Kollegen und Chef und - morgen ist Freitag, so schnell ! Ein Wochenende ohne Pflichttermine in Aussicht... besser kann's fast nicht sein. Morgen Vormittag noch zwei Besprechungen, am Nachmittag soviel wie möglich vom Liegengebliebenen wegarbeiten und irgendwann, hoffentlich nicht allzu spät, ins Wochenende starten.

Heute Abend eine Stunde LatinAerobic im Studio, danach auf dem Heimweg beim neu eröffneten Asia-Imbiss stehen geblieben und gebackenes Huhn süß-sauer mit Gemüse und Reis mitgenommen. Für meinen "unter-zwei-von-drei-Chilischoten-geht-beim-Thai-gar-nix"-Gaumen war's etwas sehr mild, dafür wurde das Hühnchenfleisch im Stück frisch vor meinen Augen zubereitet und der Laden machte auf mich allgemein einen sehr positiven Eindruck. Und wenn ich dann mit meinem Asia-Abendessen schon am Auto angekommen bin und der Inhaber läuft mir plötzlich auf der Straße hinterher und fragt mich, ob es auch wirklich genug sei, ist das sehr zuvorkommend. Frage mich jetzt allerdings, ob ich a) so abgemagert (ähem, wohl eher nicht) oder b) so verfressen aussehe :-(

Apropos Abendessen: am Montag packte mich wieder mal akute Kochwut.

So kaufte ich kurz vor Ladenschluss beim Metzger im Nachbarort ein gutes Pfund mageres Schweinefleisch für Braten, welches ich von der Verkäuferin gleich für Rollbraten zurecht schneiden ließ. Im Nachhinein hätte ich es wohl lieber selbst schneiden sollen - sie scheint mich nicht wirklich verstanden zu haben, so dass das Fleisch viel zu dick zum Füllen bzw. Rollen war, weshalb ich es zu Hause mit dem schärfsten Messer meines Haushalts noch flacher zurecht schnitt.


Für die Füllung habe ich 100g braune Champignons und 1 Schalotte in sehr kleine Würfel geschnitten, mit Salz & Pfeffer, Kräutern der Provence sowie extra Thymian und 1 TL Senf  gewürzt, 50g Frischkäse untergehoben und die Masse mit ein paar Spritzern Weißwein glattgerührt.

Die gewaschenen und abgetrockneten Fleischstücke (musste aus o.g. Gründen aus einem Braten zwei Rollen machen) wurden gepfeffert und liebevoll mit Fleur de Sel bestreut (wahrscheinlich hätte es stinknormales Speisesalz auch getan, aber Fleur de Sel hört sich immer gleich so schön o lá lá ! an) und dann mit der Champignon-Masse bestrichen. Das Fleisch mitsamt Füllung wurde zärtlich aber bestimmt aufgewickelt, so dass man am Ende einen wohlgeformten, kompakten Rollbraten vor sich liegen hat, ohne die Füllung während des Aufrollens an den Seiten wieder herausquellen zu lassen. Den Braten (in meinem Fall eher: die Schweinefleischrollen)  mit Rouladennadeln feststecken oder - wenn man wie ich noch auf das gute alte Küchengarn zurückgreifen muss - mehr oder weniger kunstvoll, aber vor allem sicher zusammen binden.

Die Champignon-Zwiebel-Frischkäse-Kräuter-Masse...
...  ca. 1/2 cm dick auf das Fleisch gestrichen ...

... aufgerollt und festgezurrt.
 
Den Rollbraten in einen Bräter mit heißem Butterschmalz hieven und darin von allen Seiten scharf anbraten, aus dem Bräter heraus nehmen und zur Seite (warm-)stellen.

Für die Soße hatte ich 2 Karotten, 1 kleine Stange Lauch und 150 g Knollensellerie in kleine Stücke geschnitten und mit 1 gewürfelten Schalotte im Bratensatz angedünstet (außerdem hatte ich noch 3 Champignons übrig, die sich ebenfalls hinzu gesellten), ggf. noch etwas Butterschmalz hinzufügen. Würzen mit Salz & Pfeffer, Kräutern nach Geschmack, ein paar Senfkörnern, 2 Wacholderbeeren und 2 Nelken und zum Schluss mit ca. 2-3 TL Tomatenmark sowie rosenscharfem Paprikapulver nochmal scharf anrösten. Dann habe ich das Gemüse mit ca. 150-200 ml Weißwein und etwas Wasser abgelöscht (und die nicht verbrauchte Champignonmasse eingerührt), das Fleisch auf das Gemüsebett gelegt, Deckel drauf, die Hitze reduziert und alles vor sich hin schmoren lassen. Von Zeit zu Zeit goss ich etwas Flüssigkeit (Wein, Brühe oder Wasser nach Geschmack) nach. Sobald das Fleisch gar war, habe ich die Soße nochmal abgeschmeckt und mit etwas Sahne sowie einem Schuss mildem Aceto Balsamico abgerundet (man könnte auch etwas die Hälfte des Gemüses aus dem Bräter nehmen, den Rest pürieren um die Sauce sämig zu machen, und das restliche Gemüse zurück in die Sauce geben).

Karotten, Sellerie, Lauch und Schalotte ...

...  mit Gewürzen und Kräutern (sowie Champignons) im heißen Butterschmalz angeröstet ...

... nach dem Ablöschen schmort der Braten auf dem Gemüsebett.


Das Fleisch mit einem wirklich scharfen Messer (alles andere wäre schließlich schade um die Optik - deshalb hatte ich mir auch Mutters 70er-Jahre-Elektromesser zu diesem Zweck ausgeliehen) aufschneiden und mit der Sauce und dem Schmorgemüse servieren.Dazu gab's schlichte Salzkartoffeln, welche die leckere Sauce bis auf den letzten Rest in sich aufsaugen.Dummerweise kein Foto vom angerichteten Braten mehr gemacht, der war einfach zu schnell weg ;-) mmmmmhh !

2 Kommentare:

Moves hat gesagt…

Als ich das oberste Foto als kleine Vorschau auf meinem Blog sah war mein erster Gedanke: Oha, habe ich Frau Alessa etwa angesteckt mit meinen metabolischen Beiträgen?
Der Rest sieht aber dann doch noch recht appetitlich aus ;-)

M.

Alessa hat gesagt…

Hm, das bedachte ich natürlich nicht, dass Blogger, die eine Blogvorschau mit Bild ("snippet" ?) haben, zuerst dieses Bild von der Champignon-Mantsche sehen. Ich habe ja schon das Bild von der gebratenen Leber wieder entfernt, nachdem ich darauf hingewiesen wurde, dass die Optik zunächst eher an Hundefutter erinnert, so lecker es auch geschmeckt haben mag :-(