Es hat geschneit, pünktlich zum ersten Advent. Und ich würde mal sagen, da geht noch was - sieht für meine Begriffe sehr nach Schneehimmel aus (und riecht wie Schneeluft).
Apropos Schneeluft: früh wach gewesen und glücklicherweise schon gelüftet - gerade eben hat Nachbar oberhalb das Holzfeuer angefacht und der Rauch legt sich in die Straße *hüstel* aber was soll's, das ist auch heimelig, solange tatsächlich Holz und nicht Kunststoff im heimischen Ofen verbrannt wird...
Jetzt erst mal raus an die frische Luft, Brötchen beim Bäcker holen, und danach - falls nötig - den Gehsteig abkehren.
Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen,
ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen.
Johann Wolfgang von Goethe
Und hin und wieder bloggen.
Sonntag, 2. Dezember 2012
Samstag, 20. Oktober 2012
Risikozone Wartezimmer
Ich gehöre bisher eher zu den Leuten, die ungern Arztpraxen aufsuchen. Zunächst mal geht man ja meistens dorthin, wenn der Gesundheitszustand sich schleichend oder plötzlich verschlechtert (hat), was generell nichts Gutes ist (abgesehen vielleicht von morgendlicher Übelkeit aufgrund Schwangerschaft). Was die Sache mit den Vorsorgeuntersuchungen (wichtig, ganz ohne Frage !), die uns das Gesundheitswesen offeriert und finanziert, anbelangt, war ich bisher altersbedingt noch nicht so sehr betroffen, das fängt jetzt erst an. Und Schutzimpfungen brauche ich nur sporadisch, so das Übliche halt, Tetanus oder so, alle 10 Jahre. Hepatitis, Malaria & Co. brauche ich nicht - mir fehlt das Geld für Urlaube in Ländern, für deren Besuch spezielle Impfungen empfohlen werden. Ansonsten sah mich mein Hausarzt die letzten Jahre also eher selten.
Nun gibt es meine Hausarztpraxis nicht mehr und ich dachte mir, hm, auch wenn du dich seit Jahren bester Gesundheit erfreust (obwohl gemäß BMI und auch sichtbar übergewichtig), solltest du dich vielleicht vor der Erkältungs- und Grippesaison um eine(n) neue(n) Medizinmann/-frau kümmern. Also Adressen rausgesucht, nach Fachgebieten gefiltert, mich bei Bekannten nach deren Meinungen und Empfehlungen umgehört und mich nun für eine Ärztin entschieden, deren Praxis a) auf meinem täglichen Arbeitsweg liegt und die ich b) ggf. auch per ÖPNV erreichen könnte, zumal sie sich c) im 5 km entfernten Nachbarort befindet; außerdem hat diese Ärztin neben dem Fachgebiet Allgemeinmedizin noch d) Naturheilverfahren als weiteren Schwerpunkt.im Angebot und e) für berufstätige Menschen optimale abendliche Sprechstundenzeiten.
Also Sprechstunde aufgesucht, mich vorgestellt, einen Termin für eine Blutabnahme vereinbart, um wieder mal die Werte zu checken (das letzte Mal ist über 5 Jahre her gewesen). Zuvor musste ich kurz im Wartezimmer Platz nehmen, wo bereits eine andere Patientin schniefend, hustend, keuchend und niesend wartete... und vor meinem geistigen Auge entstand ein Bild von durch die Luft fliegenden und über den Fußboden kriechenden, fiesen Hustenbazillen, die sich auf uns andere Patienten stürzten.
Tja - wie nicht anders zu erwarten war kratze es am folgenden Abend schon auf's Übelste im Hals, in der Nacht lag ich dann drei Stunden wach mit Halsschmerzen und Reizhusten, und dann nahm die 3tägige Erkältung ihren Lauf. Krank zu Hause bleiben war arbeitsmengenbedingt und wegen diverser anstehender Besprechungen nicht möglich, also wurde ich im Büro von meinen Kolleginnen rührend mit allem versorgt, was die Pharmaindustrie an frei verkäuflichen Mittelchen wie Lutschpastillen, Kapseln, Tabletten, Tropfen und Brausetabletten zu bieten hat. Heute war ich dann auch selbst in der Apotheke und habe einen Vorrat für den Winter angelegt, den ich vermutlich wieder - wie immer - nach 4 Jahren unangerührt verklappen muss, aber seit ein paar Stunden habe ich das Gefühl, es wird besser. Hat man die Arzneimittel erst mal im Haus, wird bzw. bleibt man offensichtlich automatisch gesund. :-)
Nun gibt es meine Hausarztpraxis nicht mehr und ich dachte mir, hm, auch wenn du dich seit Jahren bester Gesundheit erfreust (obwohl gemäß BMI und auch sichtbar übergewichtig), solltest du dich vielleicht vor der Erkältungs- und Grippesaison um eine(n) neue(n) Medizinmann/-frau kümmern. Also Adressen rausgesucht, nach Fachgebieten gefiltert, mich bei Bekannten nach deren Meinungen und Empfehlungen umgehört und mich nun für eine Ärztin entschieden, deren Praxis a) auf meinem täglichen Arbeitsweg liegt und die ich b) ggf. auch per ÖPNV erreichen könnte, zumal sie sich c) im 5 km entfernten Nachbarort befindet; außerdem hat diese Ärztin neben dem Fachgebiet Allgemeinmedizin noch d) Naturheilverfahren als weiteren Schwerpunkt.im Angebot und e) für berufstätige Menschen optimale abendliche Sprechstundenzeiten.
Also Sprechstunde aufgesucht, mich vorgestellt, einen Termin für eine Blutabnahme vereinbart, um wieder mal die Werte zu checken (das letzte Mal ist über 5 Jahre her gewesen). Zuvor musste ich kurz im Wartezimmer Platz nehmen, wo bereits eine andere Patientin schniefend, hustend, keuchend und niesend wartete... und vor meinem geistigen Auge entstand ein Bild von durch die Luft fliegenden und über den Fußboden kriechenden, fiesen Hustenbazillen, die sich auf uns andere Patienten stürzten.
Tja - wie nicht anders zu erwarten war kratze es am folgenden Abend schon auf's Übelste im Hals, in der Nacht lag ich dann drei Stunden wach mit Halsschmerzen und Reizhusten, und dann nahm die 3tägige Erkältung ihren Lauf. Krank zu Hause bleiben war arbeitsmengenbedingt und wegen diverser anstehender Besprechungen nicht möglich, also wurde ich im Büro von meinen Kolleginnen rührend mit allem versorgt, was die Pharmaindustrie an frei verkäuflichen Mittelchen wie Lutschpastillen, Kapseln, Tabletten, Tropfen und Brausetabletten zu bieten hat. Heute war ich dann auch selbst in der Apotheke und habe einen Vorrat für den Winter angelegt, den ich vermutlich wieder - wie immer - nach 4 Jahren unangerührt verklappen muss, aber seit ein paar Stunden habe ich das Gefühl, es wird besser. Hat man die Arzneimittel erst mal im Haus, wird bzw. bleibt man offensichtlich automatisch gesund. :-)
Mittwoch, 17. Oktober 2012
2013 kann kommen
Heuer habe ich es nicht versäumt, mich rechtzeitig mit Terminplanern einzudecken, und zwar mit solchen, die mir gefallen und nicht mit denen, die im Geschäft eben noch übrig waren.
Musste nämlich im letzten Jahr feststellen, dass die Terminplaner gewisser Hersteller so gefragt sind, dass man schon Ende Okt. / Anf. Nov. vor leer gefegten Regalen steht und auch nicht nachbestellen kann, weil nichts mehr nachproduziert wird (klar, braucht im neuen Jahr dann auch keiner mehr - es sei denn, er / sie war zu spät dran so wie ich im letzten Jahr).
Auch wenn ich mein Smartphone (intensiv) nutze, ist und bleibt mir ein schöner Taschenkalender wichtig (was zuweilen Erstaunen bei den Mitmenschen hervorruft).
Nach Stöbern im Internet sowie Einkauf bei Buchhandlung und Schreibwarenladen ist meine Sammlung für 2013 komplett:
Einer, der auch in die kleinste Tasche passt: der türkisfarbene ganz vorne. Einer zum Mitnehmen, in den ich unterwegs Termine, Geburtstage etc ein- und dann zu Hause in andere (Termin)Kalender übertragen kann (es gibt z.B. Situationen, da finde ich es unschön, auf dem Smartphone rumzutippen, oder habe es schlicht und einfach nicht dabei): der graue mit den Ornamenten. Einer dient mir in gewisser Weise als strukturiertes Tagebuch, in den bzw. das ich am Ende des Tages eintrage, was ich getan habe, wo ich war, welche Erlebnisse / Begegnungen des vergangenen Tages schön oder weniger schön waren und noch einiges mehr: der große kunterbunte ganz hinten. Und zu guter Letzt einer als stille Reserve, denn ich habe noch für jeden Kalender einen guten Zweck gefunden: der ockerfarbene.
Musste nämlich im letzten Jahr feststellen, dass die Terminplaner gewisser Hersteller so gefragt sind, dass man schon Ende Okt. / Anf. Nov. vor leer gefegten Regalen steht und auch nicht nachbestellen kann, weil nichts mehr nachproduziert wird (klar, braucht im neuen Jahr dann auch keiner mehr - es sei denn, er / sie war zu spät dran so wie ich im letzten Jahr).
Auch wenn ich mein Smartphone (intensiv) nutze, ist und bleibt mir ein schöner Taschenkalender wichtig (was zuweilen Erstaunen bei den Mitmenschen hervorruft).
Nach Stöbern im Internet sowie Einkauf bei Buchhandlung und Schreibwarenladen ist meine Sammlung für 2013 komplett:
Einer, der auch in die kleinste Tasche passt: der türkisfarbene ganz vorne. Einer zum Mitnehmen, in den ich unterwegs Termine, Geburtstage etc ein- und dann zu Hause in andere (Termin)Kalender übertragen kann (es gibt z.B. Situationen, da finde ich es unschön, auf dem Smartphone rumzutippen, oder habe es schlicht und einfach nicht dabei): der graue mit den Ornamenten. Einer dient mir in gewisser Weise als strukturiertes Tagebuch, in den bzw. das ich am Ende des Tages eintrage, was ich getan habe, wo ich war, welche Erlebnisse / Begegnungen des vergangenen Tages schön oder weniger schön waren und noch einiges mehr: der große kunterbunte ganz hinten. Und zu guter Letzt einer als stille Reserve, denn ich habe noch für jeden Kalender einen guten Zweck gefunden: der ockerfarbene.
Freitag, 5. Oktober 2012
Schusters Rappen
Seit heute wieder im Besitz amtlicher Wanderschuhe. Eventuell steht noch Ende Oktober ein (verlängertes Wander-)Wochenende mit Freunden an, sofern wir noch eine Unterkunft bekommen. Der Empfehlung des Verkäufers (oder besser gesagt: Orthopädieschuhtechnikermeister, was wohl die sehr gute Beratung erklärt) gemäß werde ich meinen Sonntagsspaziergang dann mit diesen beiden hier antreten (die grottige Qualität von Bild & Bildbearbeitung zwecks Entfernung von Marken-/Firmennamen bitte ich zu entschuldigen):
Mittwoch, 3. Oktober 2012
F(r)eiertag
Für den heutigen Feiertag habe ich mir nur eine Stunde länger im Bett zugestanden als an normalen Werktagen. Und damit ich nicht der Versuchung erliege doch nochmal unter die warme Decke zu schlüpfen, habe ich unmittelbar nach der Katzenwäsche sämtliche Fenster aufgerissen - es roch in der Wohnung noch nach meinem Abendessen von gestern, einem Hähnchencurry aus Hähnchenbrust, gelber Paprika, Zwiebel, Ingwer, Joghurt und einmal-quer-durch-den-Gewürzschrank aka Salz & Pfeffer, Bockshornkleesamen, Kreuzkümmel, Schwarzkümmel, Kurkuma (für die Farbe, viel Eigengeschmack hat das Zeug ja irgendwie nicht), Currypulver, roter Currypaste und etwas Soja-Sauce. Schmeckte gestern Abend sehr lecker, aber das abgestandene Odeur eines am Vortag gekochten Essens lässt am nächsten Morgen doch sehr zu wünschen und den Wunsch nach frischer Luft übrig ...
Eigentlich schon angezogen für meinen sonn- und feiertäglichen 8.00-Uhr-Besuch bei der örtlichen Bäckerei entschied ich mich dann doch gegen frische Brötchen (und Süßkram...) und nahm mit dem altbackenen Inhalt meiner Brotschublade Vorlieb. Nun gut, Kaffee gekocht, ein Brötchen mit Marmelade geschmiert, PC angeschalten (erst mal gegoogled, ob es nun "angeschaltet" oder "angeschalten" heißen muss und gelernt, dass mein Bauchgefühl für "angeschalten" nicht falsch war, es sich dabei aber um eine veraltete Form handelt und "schalten" mittlerweile schwach konjugiert wird, also "ich habe angeschaltet"; als Liebhaberin veralteter Ausdrücke bleibe ich aber lieber bei der alten Form), ersten Rundgang zu meinen bevorzugten Ecken des Internets gemacht, Mails abgerufen. Erster Biss ins Brötchen - hmmppffrrgg - auf dem Bissen vorsichtig herumgekaut und den Geschmack für etwas sonderbar empfunden, das Brötchen einer genaueren Prüfung unterzogen... und einen winzigen Schimmelfleck entdeckt. Übersehen :-( Nun ja, man weiß ja mittlerweile, dass bei Brot der Schimmelpilz eigentlich schon überall ist, wenn er irgendwo sichtbar wird. Mahlzeit.Ich werd's überleben :-). Brötchen also entsorgt und somit einen Grund gehabt, DOCH zum Bäcker zu gehen :-)
So kam ich doch noch zu meinem Morgenspaziergang, widerstand beim Bäcker trotzdem dem Süßkram und frühstückte im zweiten Anlauf eine Laugenbrezel und einen Apfel mit dem restlichen Joghurt, der beim Kochen am Vorabend übrig geblieben war.
Der Unzufriedenheits-Flash, der sich im letzten Post niedergeschlagen hatte, ist halbwegs überwunden. Gestern einen guten Tag im Büro gehabt, deshalb auch für Donnerstag und Freitag motiviert. Vielleicht ist mein Problem weniger der Stress an den Arbeitstagen (der bleibt einfach nicht aus und die Möglichkeiten, den Umgang damit zu verändern, sind begrenzt) als vielmehr der fehlende Gegenpol an den Wochenenden und Feiertagen. Vielleicht müsste ich mich zu mehr "Freizeit(stress)" zwingen ?
Rudimentäre Erinnerungsfetzen an den Chemie-Unterricht vor einer halben Ewigkeit: manch exotherme Reaktionen benötigen zunächst eine gewisse Aktivierungsenergie, damit die Reaktion überhaupt anläuft (so war das doch ?).
Vielleicht muss ich mich zu (Freizeit-)Aktivitäten (außerhalb der Arbeit) zwingen (Selbstüberwindung als Aktivierungsenergie), damit ich (dann doch) Freude daran empfinde und einen positiven Effekt, einen Gewinn daraus ziehe (also Erholung und Stressabbau als exotherme Reaktion), statt zu Hause zu bleiben, weil ich nicht zusätzlich Freizeitstress haben möchte ?
Gestern rief mir ein guter Freund aus dem Internet in Erinnerung, einfach mal "ich muss" und "ich soll(te)" in meinem Sprachgebrauch durch "ich möchte", "ich kann" oder "ich darf" zu ersetzen.
Okay, ich reagiere zuweilen etwas allergisch, wenn man mir mit irgendwelchen oberflächlichen Motivations-Tricks und positiv-Denken-Floskeln kommt, aber das hängt auch immer davon ab, von wem mir das gesagt wird (im Falle dieses Freundes kann ich es akzeptieren).
Und ja... das lässt manches in einem anderen Licht erscheinen:
So, Müslischüssel (Apfel / Joghurt) leer, jetzt darf / kann ich spülen, weil bei uns fließend kaltes und warmes Wasser zu erschwinglichem Preis eine Selbstverständlichkeit ist (wenn dir / Ihnen der Wasserpreis zu hoch erscheint, empfehle ich eine Besichtigung der örtlichen Wasserförderungs-/aufbereitungsanlagen mit fachkundiger Führung, evtl. auch der Abwasserreinigungs-/kläranlage).
Wenn's um Urlaub oder die allerneueste Technologie geht, spielt Geld für viele keine (große) Rolle, aber bei der Grundversorgung, z.B. mit Lebensmitteln oder eben Trinkwasser, kommt's manchen auf Cent-Beträge an. Verkehrte Welt.
Eigentlich schon angezogen für meinen sonn- und feiertäglichen 8.00-Uhr-Besuch bei der örtlichen Bäckerei entschied ich mich dann doch gegen frische Brötchen (und Süßkram...) und nahm mit dem altbackenen Inhalt meiner Brotschublade Vorlieb. Nun gut, Kaffee gekocht, ein Brötchen mit Marmelade geschmiert, PC angeschalten (erst mal gegoogled, ob es nun "angeschaltet" oder "angeschalten" heißen muss und gelernt, dass mein Bauchgefühl für "angeschalten" nicht falsch war, es sich dabei aber um eine veraltete Form handelt und "schalten" mittlerweile schwach konjugiert wird, also "ich habe angeschaltet"; als Liebhaberin veralteter Ausdrücke bleibe ich aber lieber bei der alten Form), ersten Rundgang zu meinen bevorzugten Ecken des Internets gemacht, Mails abgerufen. Erster Biss ins Brötchen - hmmppffrrgg - auf dem Bissen vorsichtig herumgekaut und den Geschmack für etwas sonderbar empfunden, das Brötchen einer genaueren Prüfung unterzogen... und einen winzigen Schimmelfleck entdeckt. Übersehen :-( Nun ja, man weiß ja mittlerweile, dass bei Brot der Schimmelpilz eigentlich schon überall ist, wenn er irgendwo sichtbar wird. Mahlzeit.Ich werd's überleben :-). Brötchen also entsorgt und somit einen Grund gehabt, DOCH zum Bäcker zu gehen :-)
So kam ich doch noch zu meinem Morgenspaziergang, widerstand beim Bäcker trotzdem dem Süßkram und frühstückte im zweiten Anlauf eine Laugenbrezel und einen Apfel mit dem restlichen Joghurt, der beim Kochen am Vorabend übrig geblieben war.
Der Unzufriedenheits-Flash, der sich im letzten Post niedergeschlagen hatte, ist halbwegs überwunden. Gestern einen guten Tag im Büro gehabt, deshalb auch für Donnerstag und Freitag motiviert. Vielleicht ist mein Problem weniger der Stress an den Arbeitstagen (der bleibt einfach nicht aus und die Möglichkeiten, den Umgang damit zu verändern, sind begrenzt) als vielmehr der fehlende Gegenpol an den Wochenenden und Feiertagen. Vielleicht müsste ich mich zu mehr "Freizeit(stress)" zwingen ?
Rudimentäre Erinnerungsfetzen an den Chemie-Unterricht vor einer halben Ewigkeit: manch exotherme Reaktionen benötigen zunächst eine gewisse Aktivierungsenergie, damit die Reaktion überhaupt anläuft (so war das doch ?).
Vielleicht muss ich mich zu (Freizeit-)Aktivitäten (außerhalb der Arbeit) zwingen (Selbstüberwindung als Aktivierungsenergie), damit ich (dann doch) Freude daran empfinde und einen positiven Effekt, einen Gewinn daraus ziehe (also Erholung und Stressabbau als exotherme Reaktion), statt zu Hause zu bleiben, weil ich nicht zusätzlich Freizeitstress haben möchte ?
Gestern rief mir ein guter Freund aus dem Internet in Erinnerung, einfach mal "ich muss" und "ich soll(te)" in meinem Sprachgebrauch durch "ich möchte", "ich kann" oder "ich darf" zu ersetzen.
Okay, ich reagiere zuweilen etwas allergisch, wenn man mir mit irgendwelchen oberflächlichen Motivations-Tricks und positiv-Denken-Floskeln kommt, aber das hängt auch immer davon ab, von wem mir das gesagt wird (im Falle dieses Freundes kann ich es akzeptieren).
Und ja... das lässt manches in einem anderen Licht erscheinen:
- Ich muss heute Mittag nicht zu Termin X (weil ich eine Einladung bekommen und zugesagt habe, obwohl ich befürchte, dass es nicht besonders unterhaltsam sein wird), sondern ich darf (weil die Einladung zeigt, dass man mich wertschätzt und gerne dabei haben möchte) und kann dorthin laufen (weil ich zwei gesunde Beine, einen gesunden Körper habe und gehen kann wohin und wann ich will, ohne z.B. auf andere Menschen angewiesen zu sein).
- Zwar muss ich auch, aber vor allem kann ich morgen zur Arbeit (weil ich, im Gegensatz zu vielen Menschen in unserem Land bzw. auf der ganzen Welt, die Möglichkeit und Chance habe, in einem halbwegs gut bezahlten Job unter akzeptablen Arbeitsbedingungen zu arbeiten, ohne ausgebeutet zu werden) und darf in diesem Job ziemlich eigenverantwortlich arbeiten, weil ich weiß, dass mein (direkter) Vorgesetzter mir vertraut und mich schätzt.
So, Müslischüssel (Apfel / Joghurt) leer, jetzt darf / kann ich spülen, weil bei uns fließend kaltes und warmes Wasser zu erschwinglichem Preis eine Selbstverständlichkeit ist (wenn dir / Ihnen der Wasserpreis zu hoch erscheint, empfehle ich eine Besichtigung der örtlichen Wasserförderungs-/aufbereitungsanlagen mit fachkundiger Führung, evtl. auch der Abwasserreinigungs-/kläranlage).
Wenn's um Urlaub oder die allerneueste Technologie geht, spielt Geld für viele keine (große) Rolle, aber bei der Grundversorgung, z.B. mit Lebensmitteln oder eben Trinkwasser, kommt's manchen auf Cent-Beträge an. Verkehrte Welt.
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