Samstag, 31. März 2012

Perpetuum Jazzile

Bei der Vorbereitung für die Moderation eines Konzerts vor zwei oder drei Jahren war ich auf der Suche nach Information zu "Africa" von Toto und stieß bei meinen Recherchen im Internet auf Perpetuum Jazzile und deren Darbietung des Liedes:



Später begeisterte mich, die ich viele Jahre lang auch traditionelle Musik gespielt habe, Perpetuum Jazzile besonders mit dieser Interpretation, oder fast schon chormusikalischem "happening":



Wer das Stück schon mal selbst gespielt hat, dürfte bestätigen können, dass der Charakter der einzelnen Instrumente durch die Stimmen sehr passend umgesetzt wird (der antreibende Rhythmus der Gitarre, das hohe Kreischen der Klarinette).Man kann diesen Musikstil ("Oberkrainer-Sound") mögen oder auch nicht, aber die Freude und Begeisterung am Singen kommt rüber und scheint sich insbesondere auch auf das Publikum zu übertragen, wenn ich die Hintergrundgeräusche und den anschließenden Applaus richtig deute ;-) (auch bei "Africa"). Im Übrigen finde ich es sehr sympathisch, wie der Dirigent mitgeht.

Jetzt kommt Perpetuum Jazzile endlich auch nach Deutschland. Vielleicht ergibt sich ja doch die Möglichkeit den Chor live zu sehen ...

Freitag, 30. März 2012

9 Jahre

Mein Webmail-Provider eröffnet mir gerade, dass ich seine Dienste heute seit 9 Jahren nutze (und bietet mir, wie üblich, für ein paar Monate Sonder-Luxus-Premium-Funktionen an, die ich mit schöner Regelmäßigkeit ablehne). 
9 Jahre.

Nun bin ich ja schon länger im Netz unterwegs, als ich die Dienste dieses Anbieters nutze. Erstmals regelmäßig ins Internet konnte ich während meines Studiums. Das ging damals nur im Rechnerraum der Fachhochschule. Und der war von Mo-Do jeweils von 19.00 - 21.00 Uhr für die Studenten frei zugänglich (vorher war Unterricht, danach geschlossen). Meist führte mich mein Weg nach der Bibliothek in den Computerraum, freie Plätze gab's dort eigentlich immer, es interessierten sich noch nicht so viele für das Internet.
Nach meinem Studium und mit festem Einkommen gönnte ich mir als Erstes einen Internetanschluss für zu Hause. Das dürfte vor so ca. 14 Jahren gewesen sein.
14 Jahre.

Ich fühle mich gerade sehr alt.

Freitag, 23. März 2012

Bisschen Urlaub...

... um genauer zu sein, zwei Tage, ein vorne und hinten verlängertes Wochenende also. Letztlich wieder ein Arbeitswochenende, weil auch in der Wohnung so einiges erledigt werden möchte. Bin schon mal stolz auf mich nicht bis in den frühen Vormittag hinein geschlafen zu haben (obwohl ich gefährlich nahe dran war, nachdem ich mich nach dem Aufstehen nochmal in die Federn verkrochen hatte). Dann aber wieder raus, Müll runtergebracht und die Utensilien zum Fensterputzen aus dem Keller mit in die Wohnung genommen.

Hausarbeit muss man sich langsam und behutlich nähern. Deshalb dann erst mal ein Brötchen mit Frischkäse und Himbeerkonfitüre zum Frühstück verzehrt, dabei Blogs gelesen und Mails abgerufen. Werde dann mal ein oder zwei Fenster putzen, nicht alle auf einmal, zumal die Sonne scheint und ich jetzt sowieso nur die Fenster putzen kann, die noch im Schatten liegen.

Mit dem Besuch beim Finanzamt wird's heute wohl nix mehr, aber eigentlich könnte ich die Belege, die ich nachreichen wollte, auch einfach hinschicken und dann sollen sie sich raussuchen, was sie brauchen.

SMS von H. bekommen, ob wir am Wochenende essen gehen wollen. Instinktives Bauchgefühl: nein - es gibt nur zwei Menschen, die ich sehen wollen würde, und die werde ich eh nicht sehen. Also kann ich auch alleine bleiben, dann muss ich wenigstens nicht small-talk betreiben und schön freundlich-aufmerksam tun. Hmpf. Alleine so zu denken ist böse :-( Ich gehe mal besser Fenster putzen.

oooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooo

15.39 Uhr. Alle Fensterscheiben sind sauber. Die Sonne scheint immer noch. Zimmerpflanzen (die wenigen, die meinem herbiziden grünen Daumen trotzen) umgetopft. Eine Tasse Kaffee getrunken (okay, drei Schokowaffeln waren auch dabei). Latino-House-Rhythmen in Dauerschleife. Drücke mich davor, die SMS von H. zu beantworten, warte stattdessen (wahrscheinlich vergeblich) auf eine von E. Werde dann mal Einkaufszettel schreiben, mir mit der Fahrt zum Supermarkt aber noch etwas Zeit lassen, bis die Wochenend-Einkauf-machenden Familien wieder zu Hause sind.

Samstag, 17. März 2012

Karotten-Thymian-Brot

War heute früh wach und deshalb seit langem wieder einmal am Samstag Morgen beim Bäcker. Dann ließ ich den herrlichen, sonnigen Samstagmorgen gemächlich angehen, machte mir einen Kaffee, den ich aus einer meiner beiden eleganten neuen Tassen nippte (mit Zucker statt Süßstoff, jawoll !), ließ die Cultured Pearls in Dauerschleife singen und las gemütlich im Sessel Anke Groeners "Nudeldicke Deern" zu Ende.
Von den Quellenangaben und Lese-Empfehlungen auf den letzten Seiten inspiriert, klickte ich mich durch ihre Essensgalerie und zum wiederholten Male durch die Rezepte in ihrem Blog, bis ich beim Möhren(siehe im Text) - bzw. Pastinakenbrot hängen blieb.

In der Küche lagen noch einige Karotten rum, die ich heute oder morgen dringend verarbeiten musste, außerdem hatte ich im Kühlschrank noch Ziegenfrischkäse, der mir eine mögliche Alternative zum geriebenen Parmesan zu sein schien. Also legte ich mir die Zutaten zurecht und zerschredderte zunächst eine mittelgroße Gemüsezwiebel und zwei Karotten. Die Zwiebel dünstete ich in Butter statt in Öl an. Während die Zwiebel noch auf dem Herd schwitzte, vermischte ich schon mal die geraspelten Karotten mit 50g Ziegenfrischkäse, Salz und Pfeffer, einem guten TL Thymian und einigen Prisen zwischen den Fingern zerrebelten Kräutern der Provence. Da der Ziegenfrischkäse etwas trockener als "normaler" Frischkäse ist, arbeitete ich die Masse gut mit einer Gabel durch. Dann kamen die Zwiebeln hinzu sowie Weizenmehl (Typ 405), Backpulver, ein Ei und etwas Milch. Da mir der Teig danach noch etwas zu klebrig war, streute ich noch etwas Mehl darüber, bis er sich gut kneten und zu einem kleinen Laib formen ließ, welcher anschließend auf einem mit Backpapier ausgelegten Blech in den auf 180°C vorgeheizten Ofen (Ober-/Unterhitze) kam. Das Ergebnis nach 45 min sah so aus:



Hätte evtl. noch 2-3 min im Ofen bleiben können (oder evtl. das Laib etwas flacher formen). Konnte aber nicht widerstehen - ich habe es noch ofenwarm angeschnitten und - wie Anke Groener empfiehlt - die erste Scheibe mit etwas Butter und Fleur de Sel genossen: seeehr lecker :-) (da stört es nicht, wenn die Konsistenz etwas feucht ist).

Freitag, 16. März 2012

Es geht bergauf !

Wie heißt es: wenn die Nacht am dunkelsten ist, kommt der Tag (oder: ist der Morgen / Tag am nächsten ?) - Das trifft zu. Nachdem ich am Freitag Abend bzw. Nacht so stinksauer war, habe ich mich am Sonntag gezwungen über meinen Schatten zu springen und den ersten Schritt zu machen. Einfach eine SMS geschickt, ob ich vorbei kommen darf, da ich eh gerade in der Gegend bin. Früher wäre das ja selbstverständlich gewesen.
Zwischendurch war ich zunächst im Kino - "Ziemlich beste Freunde" - recht schöner Film, bei dem man trotz der eigentlich ernsten Thematik herzhaft lachen konnte.
Danach war ich bei ihnen. Und wir haben geredet, ganze 3 Stunden, über alles Mögliche, gar nicht so viele Probleme gewälzt und Beziehung thematisiert, sondern einfach geplaudert. Das ist vollkommen okay.
Jetzt ist es alles nicht mehr ganz so schlimm, die Schärfe ist raus, ich sehe es auch selbst nicht mehr so verbissen - ich glaube, das kriegt sich wieder ein.

Arbeit ist diese Woche überraschend "schön", wenn man das so sagen kann. Überwiegend freundliche Telefonate, vernünftige Entscheidungen, schöne Momente mit Kollegen und Chef und - morgen ist Freitag, so schnell ! Ein Wochenende ohne Pflichttermine in Aussicht... besser kann's fast nicht sein. Morgen Vormittag noch zwei Besprechungen, am Nachmittag soviel wie möglich vom Liegengebliebenen wegarbeiten und irgendwann, hoffentlich nicht allzu spät, ins Wochenende starten.

Heute Abend eine Stunde LatinAerobic im Studio, danach auf dem Heimweg beim neu eröffneten Asia-Imbiss stehen geblieben und gebackenes Huhn süß-sauer mit Gemüse und Reis mitgenommen. Für meinen "unter-zwei-von-drei-Chilischoten-geht-beim-Thai-gar-nix"-Gaumen war's etwas sehr mild, dafür wurde das Hühnchenfleisch im Stück frisch vor meinen Augen zubereitet und der Laden machte auf mich allgemein einen sehr positiven Eindruck. Und wenn ich dann mit meinem Asia-Abendessen schon am Auto angekommen bin und der Inhaber läuft mir plötzlich auf der Straße hinterher und fragt mich, ob es auch wirklich genug sei, ist das sehr zuvorkommend. Frage mich jetzt allerdings, ob ich a) so abgemagert (ähem, wohl eher nicht) oder b) so verfressen aussehe :-(

Apropos Abendessen: am Montag packte mich wieder mal akute Kochwut.

So kaufte ich kurz vor Ladenschluss beim Metzger im Nachbarort ein gutes Pfund mageres Schweinefleisch für Braten, welches ich von der Verkäuferin gleich für Rollbraten zurecht schneiden ließ. Im Nachhinein hätte ich es wohl lieber selbst schneiden sollen - sie scheint mich nicht wirklich verstanden zu haben, so dass das Fleisch viel zu dick zum Füllen bzw. Rollen war, weshalb ich es zu Hause mit dem schärfsten Messer meines Haushalts noch flacher zurecht schnitt.


Für die Füllung habe ich 100g braune Champignons und 1 Schalotte in sehr kleine Würfel geschnitten, mit Salz & Pfeffer, Kräutern der Provence sowie extra Thymian und 1 TL Senf  gewürzt, 50g Frischkäse untergehoben und die Masse mit ein paar Spritzern Weißwein glattgerührt.

Die gewaschenen und abgetrockneten Fleischstücke (musste aus o.g. Gründen aus einem Braten zwei Rollen machen) wurden gepfeffert und liebevoll mit Fleur de Sel bestreut (wahrscheinlich hätte es stinknormales Speisesalz auch getan, aber Fleur de Sel hört sich immer gleich so schön o lá lá ! an) und dann mit der Champignon-Masse bestrichen. Das Fleisch mitsamt Füllung wurde zärtlich aber bestimmt aufgewickelt, so dass man am Ende einen wohlgeformten, kompakten Rollbraten vor sich liegen hat, ohne die Füllung während des Aufrollens an den Seiten wieder herausquellen zu lassen. Den Braten (in meinem Fall eher: die Schweinefleischrollen)  mit Rouladennadeln feststecken oder - wenn man wie ich noch auf das gute alte Küchengarn zurückgreifen muss - mehr oder weniger kunstvoll, aber vor allem sicher zusammen binden.

Die Champignon-Zwiebel-Frischkäse-Kräuter-Masse...
...  ca. 1/2 cm dick auf das Fleisch gestrichen ...

... aufgerollt und festgezurrt.
 
Den Rollbraten in einen Bräter mit heißem Butterschmalz hieven und darin von allen Seiten scharf anbraten, aus dem Bräter heraus nehmen und zur Seite (warm-)stellen.

Für die Soße hatte ich 2 Karotten, 1 kleine Stange Lauch und 150 g Knollensellerie in kleine Stücke geschnitten und mit 1 gewürfelten Schalotte im Bratensatz angedünstet (außerdem hatte ich noch 3 Champignons übrig, die sich ebenfalls hinzu gesellten), ggf. noch etwas Butterschmalz hinzufügen. Würzen mit Salz & Pfeffer, Kräutern nach Geschmack, ein paar Senfkörnern, 2 Wacholderbeeren und 2 Nelken und zum Schluss mit ca. 2-3 TL Tomatenmark sowie rosenscharfem Paprikapulver nochmal scharf anrösten. Dann habe ich das Gemüse mit ca. 150-200 ml Weißwein und etwas Wasser abgelöscht (und die nicht verbrauchte Champignonmasse eingerührt), das Fleisch auf das Gemüsebett gelegt, Deckel drauf, die Hitze reduziert und alles vor sich hin schmoren lassen. Von Zeit zu Zeit goss ich etwas Flüssigkeit (Wein, Brühe oder Wasser nach Geschmack) nach. Sobald das Fleisch gar war, habe ich die Soße nochmal abgeschmeckt und mit etwas Sahne sowie einem Schuss mildem Aceto Balsamico abgerundet (man könnte auch etwas die Hälfte des Gemüses aus dem Bräter nehmen, den Rest pürieren um die Sauce sämig zu machen, und das restliche Gemüse zurück in die Sauce geben).

Karotten, Sellerie, Lauch und Schalotte ...

...  mit Gewürzen und Kräutern (sowie Champignons) im heißen Butterschmalz angeröstet ...

... nach dem Ablöschen schmort der Braten auf dem Gemüsebett.


Das Fleisch mit einem wirklich scharfen Messer (alles andere wäre schließlich schade um die Optik - deshalb hatte ich mir auch Mutters 70er-Jahre-Elektromesser zu diesem Zweck ausgeliehen) aufschneiden und mit der Sauce und dem Schmorgemüse servieren.Dazu gab's schlichte Salzkartoffeln, welche die leckere Sauce bis auf den letzten Rest in sich aufsaugen.Dummerweise kein Foto vom angerichteten Braten mehr gemacht, der war einfach zu schnell weg ;-) mmmmmhh !